Kaffee- oder Koffeinsucht

Frage: was haben Drogenanhängige, die eine tägliche Dosis Methadon bekommen mit Menschen gemeinsam, die glauben ohne die morgentliche Tasse Kaffee nicht funktionieren zu können?
Antwort: Sie versuchen ihre Sucht zu befriedigen und den physischen Entzug im Zaum zu halten.

Wie der Schriftsteller T.T. Reid in 2005 in seinen Artikel für das National Geographic "Coffeine" erwähnt, sind sich Forscher darüber einig, dass Koffein eine physiche Abhängigkeit auslöst in einer gemilderten Form von Sucht.

Der Artikel beschreibt, wie einige Menschen mit starkem Koffein-Konsum extrem reizbar werden, Kopfschmerzen bekommen oder lethargisch reagieren wenn sie kein Koffein in Form von Kaffee, Soft Drinks, Energy-Drinks oder Tee zu sich nehmen.

Aber sollten diese Symptome von Koffein-Entzug als ein sicheres Zeichen für eine psychologische Störung gesehen werden?

Ja, sagt Roland Griffiths, Proffesor für Verhaltensbiologie und Neurowissenschaft and der John Hopkins Medizin-Schule in Baltimore Maryland.

Griffiths, der an dem selben Artikel über Koffein mitarbeitete, ist der Autor einer umfassenden Studie zu Koffein-Entzug und hofft, dass Koffeinentzug als mentale Störung in die nächste Edition des "Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders" (zu deutsch: Diagnostisches und statistisches Handbuch über Mentale Störungen) aufgenommen wird.

Als DSM bekannt, wird dieses Handbuch von der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung harausgebracht und wird benutzt, um Krankheiten zu identifizieren und Behandlungsstrategien zu erarbeiten. Die nächste Edition wird im Jahre 2010 veröffentlicht.

Darüberhinaus ist Griffiths der Meinung, dass die Kriterien zur Diagnose von Koffeinentzug in das Handbuch "Internationale Statische Klassifizierung von Krankheiten und verwandten Gesundheitsproblemen" hinzugefügt werden sollten. Ein Handbuch, das von der Weltgesundheitsorganisation verwendet wird.

Seine Schlussfolgerungen basieren auf der Bewertung von wissentschaftlichem Forschungsmaterial und veröffentlichten medizinischen Beobachtungen über die physologische Wirkung von Koffein und Symptomatik des Koffeinentzugs über einem Zeitraum der letzten 170 Jahren.

Die Forscher führen 57 Test- und 9 Umfrage-Studien an, um ihre Empfehlung zur Aufnahme von Koffeinentzug in das DSM zu untermauern. Über ihre Studie wurde 2004 in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift "Psychopharmacology" berichtet.